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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ...und was mach ich im Winter ?


montana64
04.01.2007, 04:07
Hallo zusammen,

möchte hier mal ne Reihe starten, wo jeder so seine Erfahrungen der Nahrungssuche im Winter einbringen kann:

Wie bereits bei Galileo gesehen, im Grundkurs gelernt oder auch in diversen Büchern nachgeschlagen, gibt es zwischen den Monaten März bis Oktober ja viele Möglichkeiten in einer Überlebenssituation in der Natur an Nahrung zu kommen. Die Jagd ist die eine Seite. Mit ein wenig Kenntnissen über Bogenbau (einfacher Survivalbogen) oder Fallenbau kann ich mir sicherlich die eine oder andere Fleischration beschaffen. Wie sieht es aber mit Pflanzen aus? Was gibt es zu dieser Jahreszeit an Nahrung für den Vegetarier "da draußen "?

Fange mal an mit Eicheln oder Nüsse. Die sind sicherlich mancherorts zu finden und für den Anfang ja nicht schlecht. Außerdem gibt es ja Birken, Fichten und Kiefern. Hier kann ich die Innenrinde (das Cambium) von den Bäumen abtrennen. Hab gelesen, dass z.B. das Cambium der Birke viel Zucker, Öl und sogar auch Vitamin C enthält. Es war für die Indianer oder auch manchen Trapper in strengen Wintern eine Art Notration, die das Leben sichern konnte. Die Indianer zerschnitten das Cambium in kleine Stücke und trockneten es. Anschlißend wurde es zermahlen und eine Art Pfannkuchen hergestellt. Müsst Ihr mal probieren. Hab es selbst getestet. Schmeckte zwar, als ob ich nach den Feiertagen meinen Weihnachtsbaum zu Dessert verspeiste, aber es ist doch trotzdem genießbar und sogar nahrhaft.

So.... wer will die Liste der "Vegetarischen Nahrung aus der Natur im Winter" fortsetzen? Bin mal gespannt.

Gruß
Micha

Anita
09.01.2007, 00:04
Hallo,
super Idee, mal an uns arme Vegetarier zu denken ;-)
Also im Winter gibt es auf jeden Fall eine Menge eßbarer leckerer Wurzeln. Allerdings tu ich mir trotz (echt tollem und super zu empfehlenden) Kräuterlehrgang von Susanne immer noch extrem schwer aus einem dürren Stengerl eine Pflanze so zu identifizieren, dass ich sagen kann, ob da eine leckere Wurzel unten dranhängt... ist also auf jeden Fall ein Gebiet in das man sich etwas mehr vertiefen muss. Ohne Vorkenntnisse nicht zu empfehlen.
Aber sonst bereichert sich der Speiseplan um Wurzeln, Knollen und Zwiebelchen.
Liebe Grüße
Anita

montana64
12.01.2007, 21:55
Hallo,

es geht weiter mit den "essbaren Pflanzen" im Winter:

Rohrkolben- und Seerosenwurzelstöcke sind gekocht essbar. Auch kann man sie kochen, trocknen und zu Mehl verarbeiten.

Was für Pflanzen kennt ihr noch, die im Winter zu verwerten wären?

Gruß
Micha

Sitanka
05.10.2008, 18:02
dieser thread hier ist zwar wie ich sehe auch schon 1 1/2 jahre alt aber ich glaube trotzdem das ich dazu etwas beitragen kann.

bei uns werden jetzt gerade erst die hagebutten reif, und die kann man auch gut als wintervorrat einlagern, bzw. jetzt bald essen. die frage war ja, was mach ich in der zeit von november-februar. und naja bis november und je nachdem wenn es nicht zu kalt ist, kann man hagebutten gut essen.
das selbe gilt bei den gänseblümchen. so lange kein schnee liegt kann man gänseblümchen pflücken und in den speiseplan integrieren, weil diese sehr lange blühen, teilweise sogar unter dem schnee. ;)
jetzt bis in den november kann man auch noch gut die leckeren früchte der eibe genießen.
die wurzel des beinwells ist auch recht gut, wenn man sie jetzt ausgräbt hat man auf alle fälle im winter leckere wurzeln zu essen.

a ja, und von den eicheln kann man auch guten kaffee zubereiten, er schmeckt wie leckerer malzkaffee.

so, das ist mir jetzt ganz spontan eingefallen, ich glaube einiges wird sich im schosse von mutter erde sicher noch finden lassen ;)

Wangan_Cruiser
17.10.2008, 21:26
An was kann sich ein absoluter Laie in Sachen "Nahrung im Winter" wenden? Auch Fleisch ist hierbei gefragt. Vorallem, welche Tiere sind im Winter aller vertreten, die auch essbar wären? Nehmen wir einmal Tirol als Beispiel... ^^

Sitanka
28.10.2008, 11:05
An was kann sich ein absoluter Laie in Sachen "Nahrung im Winter" wenden? Auch Fleisch ist hierbei gefragt. Vorallem, welche Tiere sind im Winter aller vertreten, die auch essbar wären? Nehmen wir einmal Tirol als Beispiel... ^^

naja ich würde auf alle fälle mal sagen, wild. rehe, hirsche, hasen, viele arten von fischen usw......

Baschtl
28.10.2008, 22:21
Hallo, ich würde gerne einen Satz von einer meiner Mentoren zitieren. Tamarack, der uns für ein Jahr in der Wildnis begleitet, sagte irgendwann im Oktober mal. "Ich finde in jedem Monat essbare Lindenblätter." So, da waren wir ganz schön platt. Und außerdem hat es dort im Winter für mehrere MOnate -30 Grad. Naja, alles Übung und Aufmerksamkeit.

Sitanka
02.11.2008, 20:58
Hallo, ich würde gerne einen Satz von einer meiner Mentoren zitieren. Tamarack, der uns für ein Jahr in der Wildnis begleitet, sagte irgendwann im Oktober mal. "Ich finde in jedem Monat essbare Lindenblätter." So, da waren wir ganz schön platt. Und außerdem hat es dort im Winter für mehrere MOnate -30 Grad. Naja, alles Übung und Aufmerksamkeit.

heißt das in etwa, dass sich lindenblätter so lange halten, dass ich sie mitten im winter, vielleicht sogar unter dem schnee finden und essen kann.

interessant, werde ich mal ausprobieren.

Joggl
02.11.2008, 22:22
heißt das in etwa, dass sich lindenblätter so lange halten, dass ich sie mitten im winter, vielleicht sogar unter dem schnee finden und essen kann.

interessant, werde ich mal ausprobieren.

das ist eine spannende sache, jetzt heißt es nur mehr auf den winter warten

aja, basti, du hast uns gar nie gesagt ob ihr auch einmal welche gefunden habt

und ich werde jetzt mal versuchen einen eichhörnchensicheren aufbewahrungsort zu bauen (mal schauen ob unsere eichhörnchen genau so gewieft sind wie in Amerika)

Susanne
03.11.2008, 11:59
Bei uns sind es eher weniger die Linden als die Blätter anderer Bäume und so gut wie alle Kräuter der "Grünen Neune", die man jederzeit unterm Schnee findet. Das Problem sind auch weniger die Temperaturen als der teilweise hohe Schnee. Aber wie Ihr wisst, überleben Rehe, Hirsche und jeder Menge anderer Tiere im Wald auch ohne die Futterkrippen (wenn die sie auch verwöhnen!). Und was diese Tiere nährt, kann auch uns nähren, und wo die Tiere graben, sollten auch wir das tun...
Alles Liebe Susanne

Wangan_Cruiser
03.11.2008, 18:21
Susanne du hast vollkommen Recht! Schön geschrieben. :D

Sitanka
19.11.2008, 13:08
Bei uns sind es eher weniger die Linden als die Blätter anderer Bäume und so gut wie alle Kräuter der "Grünen Neune", die man jederzeit unterm Schnee findet. Das Problem sind auch weniger die Temperaturen als der teilweise hohe Schnee. Aber wie Ihr wisst, überleben Rehe, Hirsche und jeder Menge anderer Tiere im Wald auch ohne die Futterkrippen (wenn die sie auch verwöhnen!). Und was diese Tiere nährt, kann auch uns nähren, und wo die Tiere graben, sollten auch wir das tun...
Alles Liebe Susanne

danke liebe susanne, das hast du wirlklich sehr schön und sehr wahr beschrieben.
:)

Räubertochter
27.07.2015, 22:35
... weil's in dem Thread schonmal um Lindenblätter ging: ich habe letztens ein paar gepflückt, trocknen lassen, zerrieben und mit warmem Wasser und ein wenig Salz zu einem tiefgrünen Brei verrührt. Mir, meinem Mann und meiner Tochter hat es relativ gut geschmeckt. Es ist ein wenig nussig, was mich ziemlich sicher sein lässt, dass die Blätter proteinreich sind. Bei einer längeren Survivalsituation ganz sicher ein sehr gutes Essen für den Winter.
Werde mal ein paar Blätter getrocknet lagern und schauen, ob sie eine gute Weihnachtssuppe ergeben, und dann berichten. :)

Dass Tamarack auch im Winter essbare Lindenblätter findet, wundert mich. Immerhin werden sie doch gelb und schmecken dann nicht mehr? Mal schauen.

Räubertochter
27.07.2015, 23:06
Noch ein wenig mehr Winter-Notnahrung:

- Lindennüsschen
- die Sanddorn-Beeren, die noch am Strauch hängen (die, die zu spät reifen und recht hell bleiben, werden von den Vögeln nicht gefressen, haben aber extrem viel Vitamin C)
- im Sommer gesammelte Grassamen (habe ich aber noch nicht ausprobiert...)
- nicht vegetarisch, aber für Vegetarier im Notfall sinnvoll: Larven, Asseln und Insekten von unter der Rinde abgestorbener Bäume.

Letzere beiden Tipps habe ich von Sacki's Bushcraft-Kanal auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=rli8zOlhTDI&list=PL8588D5CF383CD472&index=13 und https://www.youtube.com/watch?v=roSrPoWmRB8&index=37&list=PL8588D5CF383CD472 .).

Gurkenbier
17.11.2015, 07:08
Vielleicht darf ich hier auch noch einmal auf einen meiner früheren Beiträge hinweisen
http://www.survival-forum.com/showpost.php?p=18225&postcount=9

Anhang beachten!
Gruß

Räubertochter
18.11.2015, 23:08
Hey, danke! wow

Bist du offen für Ergänzungen? Ich meine, würdest du noch weitere Pflanzen für uns hineinschreiben, die ich hier anfüge?

Gurkenbier
18.11.2015, 23:21
Aber natürlich!
Das Thema soll ja auch wachsen!! Einer allein kann ja nicht alles wissen!
Davon ab...
Kann man wirklich nichts mit gewöhnlichen Kastanien anfangen?

Gruß

Hotzenplotz
19.11.2015, 01:06
"Gewöhnliche Kastanien" aka Rosskastanien sind nicht zum Essen geeignet, weil sie gegen Freßfeinde Saponine enthalten.
Dafür kann man seine Wäsche damit waschen. Das Resultat ist aber eher mäßig. Und auch ein Haufen Arbeit, wenn du sie übers Jahr auf Vorrat halten willst. Trocknen schon nach wenigen Wochen aus und werden dann brutal hart. Entweder zerschneidet man sie, solange sich noch frisch sind oder man muss hinterher zu brachialeren Mitteln greifen.
Aber immerhin: Waschmittel für lau. :)

Räubertochter
20.11.2015, 12:21
Es soll Indianerstämme gegeben haben, die Rosskastanien (ich glaube, in Notzeiten) gegessen haben. Frisch kleinschneiden, in eine Socke tun und alles drei Tage lang in ein Fliessgewässer geben. Dann dürften die Saponine draussen sein und sie können weiterverarbeitet werden. Ich habe es noch nicht gemacht, garantiere für nichts, freu mich aber sehr zu hören was bei rauskommt, wenn es jemand ausprobieren möchte. Wahrscheinlich zählt hier wie so oft als Kontrollmittel das Naheliegendste: wenn es gut schmeckt, ist es auch essbar.

Räubertochter
21.11.2015, 09:29
Habe nochmal recherchiert: es kann sein, dass man die Kastanien vor dem Schälen rösten sollte, damit sich die Schale leichter löst.