Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Knochen richtig bearbeiten
survivalmike
02.10.2006, 13:59
Hi Leute!
Hab mal ne frage zum Thema Knochenbearbeitung!
Wie bekomm ich aus nem Knochen (Wo noch fleischreste Etc. drauf sind) einen sauberen Knochen zum bearbeiten?
Wird dass solange abgekocht, bis alles fleisch sich ablöst?
Muss der gebleicht, desinfiziert etc. werden?
Wie sehen da die genauen arbeitsschritte aus?
Möchte div. dinge aus Knochen herstellen, doch so im Rohzustand wie sie sind, kann ich nicht viel damit anfangen!
Bin sehr dankbar für jeden hinweis!
Schöne Grüsse aus Salzburg
Mike
Hallo Mike!
Leider sind derzeit alle knochenkompetenten Leute in Slowenien beim Bärenspurensuchen. Soweit ich mich erinnern kann, ist allerdings irgendwo im Forum bereits dieses Thema abgehandelt worden. Schau doch mal bei den Knochenrätseln nach!
Susanne
survivalmike
03.10.2006, 14:01
Danke dir susanne!
Werd dass mal durchforsten, mir wäre bislang aber keine anleitung zum knochenbearbeiten aufgefallen im Forum!
Dachte mir schon das irgendwer irgendwo ist, da hier im Forum im mom. sehr wenig los ist!
Hoffe den Thread zu finden, den du meinst!
LG aus Salzburg
Mike
survivalmike
03.10.2006, 14:15
gefunden!!!
hab den Beitrag hier noch mal reinkopiert, dass ihn auch jeder finden kann!
Danke für den Hinweis susanne und danke TOM für die super anleitung!
LG aus Salzburg
Mike
Tom schrieb am 9.3.2005:
(Bearbeitung Tierschädel
Zur Vergangs- oder Herstellungsweise der Schädel.
1. - Schädel "auskochen":
dazu nimmt man am besten einen ALTEN Kochtopf und stellt ihn auf
eine "mobile" Elektroherdplatte. Ich empfehle diesen Vorgang im
Freien durchzuführen. Bringt Wasser zum Kochen und legt den Schädel
ins kochende Wasser. Lasst ruhig alle Haare, Augen und Ohren dran. Je
nach Größe des Schädels richtet sich auch die "Kochzeit" - größere
Schädel brauchen länger, kleiner kürzer. Zwischendurch zieht man
immerwieder diverse Haut- und Fleischfetzen ab. Der schwierigste Teil
ist mit Sicherheit das Herausbekommen des Gehirns. Entweder ihr habt
- von einem Arzt - eine lange Zange und könnt damit das Gehirn
stückweise entfernen, oder ihr verwendet einen Hochdruckreiniger.
Das Gleiche Werkzeug verwendet ihr auch um die Nasenscheidenwände
und den Rest aus dem Nasenbereich zu entfernen. Das Ganze macht
ihr solange, bis nur noch der Knochen-Schädel übrig ist. Ein Tipp noch
gebt zum Wasser entweder Waschsoda od. einige Tropfen Geschirrspül-
mittel, um das Fett besser zu lösen.
Warnung an alle Anfänger:
Glaubt nicht, dass dieser Vorgang in einer halben
Stunde erledigt ist. Den größeren Schädel auf den Fotos habe ich 3 - 4
Stunden gekocht und bearbeitet bis nur noch die Knochen übrig waren.
2. - Schädel bleichen:
Nach der ganzen Prozedur trockne ich den Schädel über Nacht. Am
nächsten Tag entferne ich diverse kleine Fleisch- und Sehnenreste.
Danach kommt der Schädel - mittlerweile sind Oberkiefer und
Unterkiefer getrennt - in ein Bad von Wasserstoffperoxid 30 % - in der
Apotheke erhältlich. Seht immer wieder nach, der Schädel bekommt
nach und nach die weiße Farbe. Vorsicht beim Umgang mit Wassersoff -
verätzt die Haut. Nehmt den Schädel aus dem Bad und stellt ihn in die
Sonne - das beschleunigt den Bleichprozess (zumindest bilde ich mir
das ein). Nach dem Trocknen entferne ich nochmals alle lästigen Reste.
Verwendet bei alle diesen Arbeiten Handschuhe!!!!!!!
So, fast fertig. Ich verklebe mit Superkleber (Gel) die Verbindungen
des Kiefers und erhalte dauerhaft so die Form die ihr auf den Fotos
sehen könnt. Ich lasse den Superkleber über Nacht trocknen - so bin
ich sicher, daß das Ganze richtig fest klebt.
3. - Viel Spaß beim Ausprobieren! Schreibt mir, wenn ihr Fragen habt.
Ich bin schon sehr gespannt auf eure Ergebnisse.
Tom)
Höhlenbärin
26.10.2006, 00:45
Hallo!
Ich hab eine Frage: Kann ich auch ganz normale Knochen (zum Beispiel wenn meine Mutter eine Suppe daraus gekocht hat (oder kochen will) verwenden? Ich würde mir gerne einen anhänger machen. (Vielleicht mit einer Bärentaze drauf - hat jemand ein schönes Muster?) ...
survivalmike
26.10.2006, 13:40
Hallo Höhlenbärin!
Also von meiner meinung nach würde ich sagen, dass jeder knochen geht!
Mal abgesehen von Hühnerknochen, denn die splittern recht gerne und lassen sich deshalb nicht so gut bearbeiten.
Aber Rinderknochen (von ner Rindsuppe etc.) bzw. Schweineknochen gehen sicher nicht schlecht! Hab mal nen bericht gesehen im TV.....wo sie aus Eisbein Schlittschuhe gebaut haben, dürfte also recht gut gehen!
Je grösser der Knochen umso leichter denk ich, da er massiver ist und ned so leicht splittert oder bricht!
Würde empfehlen:
Eisbein
Rinderknochen
Steakknochen
Schweineknochen
in der Reihenfolge....wenn es aus der Küche kommt!
lg Mike
survival
26.10.2006, 15:02
Mike hat die Frage schon super beantwortet, danke. Das Auskochen ist immer sehr gut, da sich dann das Markfett aus den Knochen löst. Schönen Tag Thomas
survivalmike
30.10.2006, 16:06
Hallo Thomas!
Noch ne Frage wegen der Knochen:
Wie ist dass mit dem Wasserstoffperoxid? Da kostet 1l 15,20 Euro in der Apotheke! Ist dass nach dem Gebrauch zum entsorgen oder kann man dass öfter verwenden?
Muss der Knochen nach dem bleichen nochmal gewaschen werden, bevor es zum trocknen geht oder nicht? denk da an eine Flöte aus Knochen....schliesslich spielt man die mit den Lippen!
Danke für deine Hilfe
LG Mike
Höhlenbärin
01.11.2006, 01:13
Vielen Dank für die Antwort! Aber wie das so ist, hier noch ein paar Fragen:
Womit kann ich Knochen am einfachsten bearbeiten? Mein Vater hätte ein paar Holzschnitzmesser...
Wie könnte ich mir so eine "Brustplatte", wie sie die Indianer haben machen? Sind das hohle Vogelknochen? (Also theorethisch vom Huhn?)
Freue mich auf eure Hilfe!!
survivalmike
02.11.2006, 12:01
Hallo Höhlenbärin!
Knochen lässt sich spitze bearbeiten.
Mit dem Dremel gehts am Besten! Denke aber, dass du mit dem Messer auch keine Probleme haben wirst....schnitzmesser sind da sicher von vorteil, aber knochen an sich ist ja nicht unbedingt dass härteste material, also einfach versuchen was dir am ehesten liegt!
Ich arbeite immer mit dem Dremel!
Wegen der anderen Sache von den Indiandern, muss ich dich leider auf einen anderen Vertrösten, das weiss ich auch nicht!
Hoffe dir trotzdem geholfen zu haben!
LG Mike
survival
02.11.2006, 14:04
Hallo!
Wasserstoff kann man öfter verwenden, nur die Wirkung lässt nach.
Wenn man den Knochen in Wasserstoff gelegt hat und er ist sehr schön weiß geworden, dann den Knochen unbedingt mit Schutzbrille und Handschuhen unter fließendem Wasser mit der Bürste abwaschen und alle Chemikalien entfernen. Habe manchmal ein paar Tropfen Wasserstoff auf die Finger bekommen, und die werden dann so komisch weisß, und es juckt sehr.
Traditionell wurden Knochen mit Steinwerkzeug bearbeitet, aber feine Sägen, Feilen und ein Dremel oder ein Proxon gehen halt sehr viel schneller. Oder kennst du einen Zahnarzt, bei dem Du nach Praxis-Ende seine Geräte verwenden kannst, die gehen sicher am besten(!)
Lüften nach dem Bearbeiten ist unbedingt notwendig. Am besten ist es aber, wenn man im Freien arbeitet.
Schönen Tag Thomas
survivalmike
02.11.2006, 14:16
Hallo Thomas!
Vielen Dank für die Infos!
Wie lagert man den Wasserstoff am Besten?
dunkel, kühl, oder eher bei Zimmertemperatur?
Hab vor mich gleich mit ein paar Litern einzudecken! *ggg*
Will einiges machen mit dem Zeug!
Dass mit den Handschuhen war klar für mich....ist aber interessant, was so passiert, wenn doch mal was auf die finger geht! -danke dir für deinen (wahrscheinlich ungewollten) feldversuch!
LG aus dem verschneiten Salzburg
Mike
survival
03.11.2006, 17:25
Hallo Mike!
Dunkel, kühl, und bei Zimmertemperatur ist 100% Richtig. Es ist Gottseidank nicht eine so gefährliche Substanz, aber sie hat mir auch ein wenig Respekt von den Säuren gezeigt. Viel Erfog, Thomas
survivalmike
04.11.2006, 18:37
Vielen Dank Thomas!
Mal schauen, was alles bei meinen Knochenarbeiten rauskommt!
Sollten ein paar gute Sachen dabei sein, werd ich Fotos machen und sie hier im Forum posten!
Danke für deine Hilfe und Unterstützung!
LG aus Salzburg
Mike
Wasserstoffperoxid wirkt stark ätzend, besonders als Dampf. Falls man Wasserstoffperoxid auf die Haut bekommt, sollte man die Stelle mit Wasser gut spülen, oder zumindest sofort von der Haut entfernen. Es tötet die Hautzellen schnell ab, diese färben sich dann weiß. Stark verdünnt verwendet man es zur Desinfektion von Wunden.
:) MFG Sophie
survivalmike
25.06.2007, 21:21
So Leute.
Eine kleine Story:
Gestern ging ich im Wald spazieren und kam an vielen Fichten und Birken vorbei, leider wird in dem Waldstück sehr viel geschlägert im mom. aber dennoch musste ich meinen Drang im Wald nach neuem ausschau zu halten nachkommen und ging weiter.
Kur vor einer lichtung hab ich plötzlich ein Skelett gefunden. Es war beinahe Vollständig.
Die Wirbelsäule in einem Stück knappe 50cm lang der Schädel samt Zähnen komplett (bis auf ein paar Zähne), Krallen, Elle und Speiche, Oberschenkelknochen,Hüfte und einiges mehr.
Ich also sofort Sack auf - skelett rein, mich kurz bei Mutter erde bedankt und ab nach hause.
Gleich nach oben angeführter Anleitung ausgekocht. --> 3 Std.!!!
Sobald ich dazu komme, werd ich das noch in Wasserstoffperoxyd legen zum bleichen und danach in die sonne.
Sobald auch dieser Schritt getan, werde ich ein paar Pics machen und euch zeigen - müsst mir dann noch sagen welches Tier das ist! ;)
LG aus Salzburg
Mike
survival
25.06.2007, 21:47
jeee, ich freu mich auf das Rätsel,Thomas
Pfadfinder
13.12.2007, 08:30
Ähm ... wenn das Thema noch aktuell ist, ich hab da mal ein PDF für Anfänger gemacht. Ist allerdings 4, noch was MB groß ...
Hallo!
Ich hab schon öfters im Internet Speerspitzen aus gespaltenen Röhrenknochen gesehen und versucht, auch solche aus Beinknochen eines Rehes zu basteln. Aber ich bekomme die Knochen nicht gerade gespalten. Sie splittern immer in ziemlich kleine Stücke. Wie spaltet man die Knochen genau in der Mitte, sodass beide Seiten brauchbar sind?
nach drei kaputten Knochen verzweifelt:confused:
Tarin
Pfadfinder
30.12.2007, 07:14
Ich benutze zum Spalten eine Säge :)
Große Rinder(bein)knochen bekomme ich meist von einem meiner Brüder frisch vom Schlachthof. Auf Länge halbiert, was die Entnahme und Verarbeitung vom Knochenmarkt erheblich erleichtert.
Nach dem Entfernen des Knochenmarks, dem mehrmaligen Auskochen, Reinigen und Trocknen der Knochen, begutachte ich sie sehr genau, wo sich am günstigsten die Sägeschnitte setzen lassen um möglichst viel brauchbares Material zu erhalten. Je nach dem, wie und wo die Sägeschnitte anfallen, fällt die Wahl dann auf Puk- oder Laubsäge.
Die gesägten Stücke kommen dann für mehrere Tage oder Wochen zum weiteren Entfetten in Schraubgläser mit Spiritus. Danach werden sie in eine grobe, winkelige Form gebracht. Hierzu habe ich mir gutes, grobes Schleifleinen (40er) auf ein Brett getackert, wo dann die Knochenstücke von Hand geschliffen werden. Bandschleifer oder ähnliches ist dafür nicht zu empfehlen, auch wenn es schneller geht. Das staubt enorm (was bestimmt nicht gesund ist) und man läuft Gefahr, zu viel zu schleifen. Nach dem Vorschleifen kommen die Teile noch mal für ein paar Tage oder länger in Spiritus.
Danach kann man die gewünschten Sachen gut mit Bleistift aufzeichnen, mit einer Laubsäge aussägen und mit Schlüsselfeilen und feinerem Schmirgelpapier endbearbeiten.
Anbei mal ein Bild von einer Pfeilauflage (an einem Bogen) aus Knochen. Leider ist das Foto bisserl unscharf geworden.
LG
Pfadfinder
Hallo Pfadfinder,
Dann bin ich das ja vollkommen falsch angegangen! Kein Wunder, dass es nicht funktioniert hat:rolleyes: Ich werd das mit dem Sägen so schnell wie möglich ausprobieren.
Die Pfeilauflage sieht übrigens toll aus! Kompliment.
Weiß jemand, wie die das früher mit der Knochenkonservierung/-bearbeitung gemacht haben? Wasserstoffperoxyd hatten die bestimmt nicht, oder?
MFG
Tarin
survival
30.12.2007, 15:02
Hallo Tarin!
Vor 5000 Jahren könnte es sich so zugetragen haben, das sind meine Erfahrungen. Auskochen (Suppe kochen), wenn man sie in die Sonne legt, bleichen sie auch aus, also ab in die Sonne. Einritzen mit Feuerstein, brechen und am Sandstein schleifen. Viel Erfolg und ich freue mich über Berichte und Fotos, Tom
Pfadfinder
30.12.2007, 22:19
Die Pfeilauflage sieht übrigens toll aus! Kompliment.
Danke!
Reine Arbeitszeit etwa 1 Stunde (angefangen beim heraussuchen eines geeignet großen Knochenstücks über das grobe zurichten bis zur Feinarbeit).
Den Bogen habe ich übrigens durch reine Unachtsamkeit einen Tag nach Fertigstellung und Einschießen zerlegt. :eek:
Wasserstoffperoxyd hatten die bestimmt nicht, oder?
Das Zeug würde ich gar nicht verwenden. Mit reicht die natürliche Farbe völlig.
Hallo Tarin!
Vor 5000 Jahren könnte es sich so zugetragen haben, das sind meine Erfahrungen. Auskochen (Suppe kochen), wenn man sie in die Sonne legt, bleichen sie auch aus, also ab in die Sonne. Einritzen mit Feuerstein, brechen und am Sandstein schleifen. Viel Erfolg und ich freue mich über Berichte und Fotos, Tom
Jau, so in etwa wird es vermutlich gewesen sein.
Ich hab gestern ausprobiert, die Knochen längs mit einer Laubsäge durchzusägen. Es hat funktioniert!:D :D :D
Viel besser als das Spalten und Schnitzen mit einem Messer. Ich hab eine brauchbare Speerspitze und eine Harpunenspitze aus den beiden Hälften eines Rehbeinknochens gemacht. Es kommt mir vor, als ob die Knochen plötzlich viel weicher wären...Bilder hab ich noch nicht gemacht, aber die kommen noch.
Der Knochen, den ich benutzt habe, ist ausgekocht und in der Sonne gebleicht, aber nicht mit Wasserstoffperoxyd behandelt.
Nachdem ich die Grobform mit Laubsäge und Raspel herausgearbeitet hatte, hab ich den Knochen noch mit Feilen und grobem Schleifpapier bearbeitet.
Ich schau mal, was ich noch für tolle Sachen daraus machen kann!:D
Tarin
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